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Danke Facebook: Instagram-Rate-Limit zu Ostern 🐰🎁🐣

Dieser Tage waren wir – und viele andere Anbieter von Social-Media-Tools – in der misslichen Lage, unseren Kunden erklären zu müssen, dass unsere Geschäftsgrundlage mit Instagram/Facebook nichts wert ist, wenn Facebook es so beschließt. Unsere Kundenkommunikation am Ende einer anstrengenden Woche s.u.; was war geschehen?

Die Geschäftsgrundlage

FlypSite ist ein Produkt, das offizielle APIs der Social-Media-Services nutzt. Um das tun zu dürfen, waren bei Instagram folgende Dinge nötig:
  • Einwilligung in einen Nutzungsvertrag mit Instagram/Facebook zur Nutzung der vom Service bereitgestellten API.
  • Prüfung der FlypSite-App durch Instagram/Facebook und Freigabe durch den Service.
  • De-facto akzeptierten wir damit natürlich auch die Rahmenbedingungen, mit denen der Service die API zur Verfügung stellt: dass die Dokumentation nur so gut ist, wie sie ist; dass der Service die API jederzeit ändern kann und dies in einem über Jahre eingespielten Verfahren den 3rd-Party-Entwicklern kommuniziert; dass der Service entscheidet.
Für FlypSite relevante Änderungen an der Instagram-API hatte Instagram/Facebook für Dezember 2018 und März 2020 angekündigt.

Ostern 2018

Zwischen Karfreitag, 30.03.2018, und Dienstag, 03.04.2018, traten gravierende Änderungen in Kraft, die Tausende Systeme, die die APIs nutzen, kalt erwischten. Im unserem Fall war es so, dass sich zunächst alle Instagram-Kollektoren mit dem Fehler „Rate-Limit überschritten“ ausschalteten.
Instagram-Api-Fehlermeldung:
OAuthRateLimitException: You have exceeded the maximum number of requests per hour. You have performed a total of 201 requests in the last hour. Our general maximum limit is set at 200 requests per hour.
Diese Änderung – pro Stunde können nur noch 200 statt bisher 5000 Anfragen an die Instagram-API gestellt werden – ist auch über eine Woche später von Instagram nicht dokumentiert, die Entwickler-Dokumentation zum Thema Rate-Limit wurde entfernt und ist auch zwei Wochen später noch nicht wieder erreichbar.
Die weiteren Änderungen wurden nachträglich von Instagram dokumentiert: Changelog, 4.April 2018. Für FlypSite-Nutzer sind zwei Punkte interessant:
  • Aktuelle Media (GET /users/{user-id}/media/recent) von im Kollektor angegebenen Usern können nicht mehr über die API abgerufen werden.
  • Aktuelle Media können anhand von Hashtags weiterhin abgerufen werden, aber nur im Rahmen des neuen Rate-Limits und mit weniger Informationen (Username und Usericon fehlen).
Das Vorgehen von Instagram/Facebook rief allgemeines Kopfschütteln hervor: t3n, techcrunch, spiegel. Die verbreitete Ansicht: Der Konzern, derzeit stark unter Druck wegen des Datenmissbrauch-Skandals, macht dicht und verprellt damit seine loyale Entwickler-Community.

Auslaufmodell Social Media?

Instagram-App-Update vom 10.4.2018

Tatsächlich ist die Willkür, mit der Instagram/Facebook diese Änderungen durchgezogen hat, ein Ärgernis. Sie zeigt, dass sich kein API-Nutzer darauf verlassen kann, dass Facebook sich an Regeln hält, auch wenn der Third-Party-Entwickler selbst sich an alle Vorgaben gehalten hat. Beispiellos ist das nicht: Anfang 2018 durften sich schon die Tageszeitungen über eine Änderung des Algorithmus für den persönlichen Pagefeed ärgern, die sie massiv Reichweite kostete. Im März änderte Facebook den API-Zugriff auf Facebook-Kommentare: Plötzlich waren die Usernamen verschwunden…
Gleichzeitig führt der Konzern – für Facebook und Instagram gleichermaßen – neue Features in den eigenen Apps ein, die sich für die Third-Party-Entwickler wie Hohn anhören: Hashtags folgen, wurde das nicht eben massiv eingeschränkt??
Unsere Kunden kennen den Wert von Social Media in ihren jeweiligen Arbeitskontexten – sei es TV, Digital Signage oder die unterschiedlichsten redaktionellen Kontexte, in denen FlypSite für Web und Mobile zum Einsatz kommt. Dass die Services diese redaktionelle Nutzung und damit verbundene Werbung für den Service zu würdigen wissen, müssen wir heute bezweifeln. Social Media ist deswegen kein Auslaufmodell für Redaktionen, aber jede/r sollte sich dessen bewusst sein, dass die Konzerne die Rahmenbedingungen jederzeit ändern können.

Folgen für FlypSite-User

Änderungen an der Instagram-API – und die Auswirkungen auf Ihre FlypSite-Events

Am Montag dieser Woche hat Instagram ohne Ankündigung eine Reihe von Änderungen an seiner API (also der Schnittstelle zum Datenabruf) vorgenommen, die sich auch auf FlypSite und die Nutzung von Instagram-Posts auswirken.
Hier die Auswirkungen im Einzelnen:
  • Bereits eingesammelte Posts in FlypSite sind nicht betroffen.
  • Seit Ostermontag ist das Einsammeln von Instagram-Posts einzelner User nicht mehr möglich.
  • Das Aggregieren von Posts auf Basis von Hashtags bleibt mit Einschränkungen möglich, aber Instagram hat die Anzahl der erlaubten Anfragen pro Stunde, das sog. Rate-Limit, extrem reduziert.
  • Bestimmte Informationen (wie Username und Usericon) werden von Instagram nicht mehr zur Verfügung gestellt.

Wie damit umgehen?

4=1 hat bereits Optimierungen vorgenommen, mit denen die Abfragefrequenz für die Instagram-API angepasst wurde. Dies hat zur Folge, dass ein Kollektor nur noch ca. alle 20 Sekunden bei Instagram anfragt, und dann u.U. bis zu 20 Posts in einem Rutsch einlaufen. Sind mehrere Hashtags eingetragen, so kommt der einzelne Hashtag entsprechend seltener zum Zuge.
Es ist auch absehbar, dass Hashtags mit vielen Posts aufgrund der neuen Rate-Limits nicht mehr vollständig eingesammelt werden können.

Unsere Empfehlung für die Kollektor-Einrichtung:

Es ist aktuell besser, nur einen Hashtag pro Kollektor und Instagram-Autorisierung einzusammeln. Eine solche Konfiguration erlaubt es, maximal ca. 60 Posts pro Minute einzusammeln, was auch für eine redaktionelle Begleitung eines Live-Events ausreichen sollte.
Für lang-laufende Events mit geringem Aufkommen pro Hashtag ist es weiterhin möglich, mehrere Hashtags pro Kollektor einzutragen.
Auf Wunsch kann 4=1 auch weitere Instagram-Sammler in einem Event anlegen, die dann jeweils mit einem eigenen Instagram-Account autorisiert werden können (und jeweils ein eigenes Rate-Limit haben).
Wir können leider derzeit keinen Ersatz für den Wegfall der Aggregation von User-Posts anbieten. Im FlypSite-Backend wird diese Option zunächst ersatzlos wegfallen. Perspektivisch wird es eine Option geben, zumindest den eigenen Account und evtl. auch Erwähnungen des eigenen Accounts („Mentions“) in FlypSite zu nutzen.

Sorry

Wir bitten Sie, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, mit denen die Konzeptlosigkeit von Instagram und Facebook bis zu FlypSite – und damit bis zu Ihnen – durchschlägt. Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten und stehen selbstverständlich für Ihre Fragen zur Verfügung!

Sie haben Fragen zu FlypSite Social-Media Anwendungen? Wir beantworten Sie gerne!

Joachim